Der APE-Index ist ein anthropometrischer Index, der das Verhältnis zwischen der Armspannweite und der Körpergröße einer Person quantifiziert.
Es gibt zwei wissenschaftliche Formeln: das dimensionslose Verhältnis (Spannweite ÷ Körpergröße), dessen Referenzwert 1,0 beträgt, und die Differenz (Spannweite – Körpergröße), ausgedrückt in Zentimetern, deren Referenzwert 0 cm beträgt. Dieser Referenzwert entspricht den von Leonardo da Vinci dargestellten vitruvianischen Proportionen.
Der Protéalpes-Rechner wendet diese beiden Konventionen an, um ein zuverlässiges Messergebnis zu liefern, das insbesondere beim Klettern, Schwimmen und Basketball zum Einsatz kommt.
Wie wird der APE-Index berechnet?
In der anthropometrischen Literatur sind zwei mathematische Konventionen anerkannt.
Die Formel als Verhältnis
Ape-Index (Verhältnis) = Spannweite ÷ Körpergröße
Ein Wert über 1,0 deutet auf Arme hin, die proportional länger sind als die Körpergröße; ein Wert von 1,0 entspricht den vitruvianischen Proportionen, ein Wert unter 1,0 auf kurze Arme.
Diese dimensionslose Form wird in der anthropometrischen Forschung bevorzugt, da sie skalierungsinvariant ist: Zwei Personen unterschiedlicher Größe mit demselben Verhältnis weisen identische Körperproportionen auf, was bei der Messung in Zentimetern nicht erfasst werden kann.
Die Differenzformel
Ape-Index (Differenz) = Spannweite – Körpergröße (cm)
Das Ergebnis ist positiv, neutral oder negativ. Beispiel: Bei einer Körpergröße von 177 cm und einer Spannweite von 180 cm ergibt sich ein APE-Index von +3 cm. Diese Darstellung ist für die breite Öffentlichkeit besser verständlich.
Der neutrale Wert von 1,0 (oder 0 cm) entsprichtdem „Vitruvianischen Menschen“, der von Marcus Vitruvius Pollio beschrieben und von Leonardo da Vinci illustriert wurde und nach dem die Spannweite des Menschen theoretisch seiner Körpergröße entspricht.
Wie misst man seine Spannweite richtig?
Das standardisierte Protokoll erfordert eine strenge Vorgehensweise:
- sich mit dem Rücken an eine flache Wand stellen;
- die Arme waagrecht auf Schulterhöhe ausstrecken;
- die Handflächen nach vorne richten, die Finger gespreizt;
- Mit einem Maßband von der Spitze des einen Mittelfingers bis zur Spitze des anderen Mittelfingers messen;
- Stellen Sie sich mit geschlossenen Füßen und ohne Schuhe hin, den Rücken gerade.
Häufige Fehler sind eine gekrümmte Haltung, schräg gehaltene Arme oder das Messen ohne Spiegel. Eine Abweichung von ±2 cm ist üblich.
Wie sind die Ergebnisse zu interpretieren?
| Verhältnis | Unterschied | Morphologisches Profil |
|---|---|---|
| < 0,97 | < -5 cm | Kurze Arme (negativer APE-Index) |
| 0,98 – 1,02 | -2 bis +2 cm | Neutrale (vitruvianische) Proportionen |
| 1,03 – 1,05 | +3 bis +8 cm | Lange Arme (positiver APE-Index) |
| > 1,05 | > +8 cm | Außergewöhnliche Spannweite |
Bei den bekanntesten Sportlern: Adam Ondra weist +4 cm auf, Michael Phelps etwa +10 cm, Kawhi Leonard ein Verhältnis von knapp 1,10. Im Gegensatz dazu weist Lynn Hill, eine Legende des Freikletterns, einen nahezu neutralen APE-Index auf. Dies verdeutlicht, dass die Spannweite nicht direkt ausschlaggebend für die Leistung ist.
Zusätzliche Information: Der APE-Index bleibt ein rein beschreibender morphologischer Indikator. Seine Korrelation mit sportlichem Erfolg ist weitaus geringer, als die allgemeine Vorstellung vermuten lässt.

Welchen Vorteil bietet das beim Klettern und anderen Sportarten?
Ein hoher APE-Wert verschafft einen mechanischen Vorteil beim Erreichen weit entfernter Griffe beim Klettern, verstärkt die Antriebskraft beim Schwimmen oder sorgt für Überlegenheit beim Rebound im Basketball (daher wird die Spannweite beim NBA Combine und beim NFL Draft systematisch gemessen).
Die wissenschaftliche Realität ist jedoch differenzierter. Eine von Project Direct Coaching durchgeführte Analyse unter mehr als 600 Kletterern 1 hat gezeigt, dass Größe, Gewicht, Spannweite und der APE-Index keine statistische Aussagekraft haben, um das maximale Leistungsniveau im Sportklettern oder Bouldern vorherzusagen.
David Epstein bestätigt in „The Sports Gene 2“, dass die Anthropometrie nur eine Variable unter vielen ist.
In vielen Sportarten besteht ein eindeutiger anthropometrischer Zusammenhang. So ist beispielsweise ein APE-Index unter 1 in der NBA äußerst selten (nur zwei Spieler in der gesamten Saison 2010–2011). Es gibt jedoch keinen Beweis für einen kausalen Zusammenhang mit der individuellen Leistung.
Beim Krafttraining und Gewichtheben kann ein niedriger APE-Index dank kürzerer Hebelwege beim Bankdrücken oder bei der Kniebeuge sogar von Vorteil sein.
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Welche wissenschaftlichen Grenzen sollten zugrunde gelegt werden?
Der APE-Index weist mehrere methodische Einschränkungen auf:
- kein in der „peer-reviewed“-Literatur validierter prädiktiver Schwellenwert;
- einegenetisch festgelegte Variable, im Gegensatz zu Kraft oder Muskelmasse;
- typische Messabweichung von ±2 cm;
- Er liefert aussagekräftigere Ergebnisse, wenn er mit anderen Indikatoren wiedem BMI,dem Magermasseindex oder einem Morphotyp-Test kombiniert wird.
Wissenschaftliche Referenzen und Quellen
2Das Sportgen: Ein Einblick in die Wissenschaft hinter außergewöhnlichen sportlichen Leistungen von David Epstein





